Antennen-Diversity-Chip

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WRT54GL ADS.jpg

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Trotz objektiv guter Empfangsbedingungen hat der Router nur sehr wenige bis gar keine Verbindungen zu seinen Nachbarn. ETX-Werte brechen ein, der Signal-Rausch-Abstand (S/N) (siehe Horst) ist sehr gering (< 5 db). Der Empfang ist schlecht, die Drahtlosschnittstelle ist nahezu unbrauchbar. Benachbarte Stationen hören die defekte Station kaum noch.

Diversity-Chip

Ursachen

ist ein defekter, kleiner SMD-Chip (1 x 2 mm mit 2 x 3 Anschlüssen), welcher normalerweise für die Umschaltung zwischen den beiden Antennenanschlüssen (A und B) zuständig ist. Beim WRT54Gx werden diese Antennen-Diversity-Chips entweder durch statische Aufladung oder dauerhaft zu hoch eingestellte Sendeleistung beschädigt. Besonders anfällig sind Router bei Außenmontagen mit hochohmigen Antennen (z. B. Omnis) und auch bei nicht geerdeten Antennen.

entferneter Diversity-Chip

Reparatur

Mit viel Fingerspitzengefühl und einem kleinen Lötkolben lässt sich der Chip entfernen und anschließend durch eine Drahtbrücke ersetzen. Durch die Drahtbrücke ist der Antennenanschluss nun festverdrahtet und lässt sich nicht mehr per Software auswählen.

Am besten erwärmt man erst die drei Beinchen auf einer Seite, versucht, den Chip dabei etwas umzubiegen und anschließend die anderen drei Beinchen. Man sollte peinlichst darauf achten, dass sich die Lötaugen durch zu viel Zinn nicht miteinander verbinden und eine ungewollte Lötbrücke bilden. Am besten die Lötstellen nach dem Entfernen des Chips mit Spiritus und einem Pinsel reinigen. Bevor man den Draht einlötet, empfiehlt es sich, ihn zu verzinnen, da die Kontaktfläche sehr klein ist. Den Draht erst nach dem vollständigen Einlöten auf die benötigte Länge schneiden, sonst wird es eine Fummelei.

Drahtbrücke einlöten

Drahtbrücke:

#  /-#  
#-/  #
#    #

(linke Mitte mit rechter, oberer Ecke verbinden)

Das zusätzliche Einfügen eines 100-Ohm-Widerstandes am Antennenausgang zur Vermeidung von statischen Aufladung brachte keine Erfolge, da sich darurch die Sendeleistung extrem verschlechtert. Was hilft, ist eine ordendliche Erdung der Antenne bei Außenmontagen.

Kontrolle

Hat man ein Messgerät zur Hand sollte man den Widerstand zwischen dem Ausgang der Endstufe (silberfarbenes Kästchen) und dem Lötpunkt des Widerstandes R7 der mittleren Leiterbahn überprüfen. Er sollte nicht mehr als ein, zwei Ohm betragen. Falls nur der Diversity-Chip defekt war, sollte der WRT nun wieder einen super Empfang haben. Verbessert sich der Empfang nicht, ist vermutlich die Endstufe auch noch defekt.

DS drahtbruecke.jpg

Aus Erfahrung mit anderen Funkgeräten und Antennen: ein 100 Ohm Ableitwiderstand ist zu niedrig dimensioniert und verändert deswegen die Impedanzanpassung (SWR) zwischen TRX und Antenne erheblich.

Um bei 100 Ohm bleiben zu können, ist eine HF-Drossel in Reihe sinnvoll, eine Drossel ohne 100 Ohm geht übringens auch. Die Drosselimpedanz muß dann bei 2,4GHz möglichst hoch sein. Zum besseren Verständnis: ein galvanischer Kurzschluß, aber auf 2,4GHz mehrere kOhm Impedanz.

Plan B wären 10kOhm (Wert ziemlich egal), da bleibt die Anpassung quasi unbehelligt. Ein gewickelter Drahtwiderstand aus nem alten Fernseher wär auch ein geeignetes Bauteil, aber bitte keine Kohleschichtwiderstände verwenden ( Rauscheigenschaften) .

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