Heimnetzwerk

Aus Freifunk Leipzig
Wechseln zu: Navigation, Suche

Oft ist es sinnvoll, mehrere Rechner mit einen Freifunk-Router zu verkabeln. Dies hat nicht nur den Vorteil, dass mehrere Rechner eine WLAN-Verbindung nutzen, sondern auch, dass innerhalb des Heimnetzwerkes komfortabel Daten ausgetauscht werden können. Meist ist es gar nicht so aufwändig wie man glaubt. Durch das Nachträgliche Crimpen der Stecker ist es möglich Kabel durch kleine Löcher zu führen.

Inhaltsverzeichnis

Vorteile

  • hohe Bandbreite innerhalb des Netzwerkes
  • nur ein Router für mehrere Rechner notwendig (Stromverbrauch)
  • störunanfällig
  • netzintern relativ sicher
  • relativ kostengünstig

Nachteile

  • Kabel müssen verlegt werden und es macht etwas Aufwand und vielleicht auch Dreck

Kabel

STP-Kabel, deutlich erkennbar: 4 Adernpaare & Folie als Gesamtschirm

Gerade bei längeren Strecken ab 10 Metern und mit Blick auf die Gigabit-Vernetzung ist es wichtig, dass nicht die billigsten Kabel verwendet werden.

Arten

Man unterscheidet zwei Arten von Kabel:

  • Verlegekabel, diese haben einen starren Innenleiter und sind relativ unflexibel, bei ständiger Beanspruchung brechen sie leicht
  • Patchkabel, bestehen aus mehreren dünnen Litzen und sind flexibler

Verdrillungsgrad (CAT)

Zudem werden Twisted-Pair-Kabel nach dem Verdrillungsgrad (Kategorien mit CAT) geordnet. So ist ein CAT5e-Kabel stärker verdrillt als ein CAT3-Kabel. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Schirmung:

Schirmung

  • UTP

Unshielded Twisted Pair - Netzwerkkabel mit 4 ungeschirmten, verdrillten Drahtpaaren und ohne Gesamtschirm, ist sehr empfindlich gegen Störungen, sollte nicht verwendet werden und ist in Deutschland kaum verbreitet

  • FTP

Folied Twisted Pair - Netzwerkkabel mit 4 ungeschirmten, verdrillten Drahtpaaren und einem Gesamtschirm aus Folie, nicht so störanfällig wie UTP-Kabel, dennoch besteht bei bei der Folie die Gefahr des Bruchs wenn das Kabel zu stark gebogen wird, da die Folie zu unflexibel ist.

  • STP, S/FTP, SF/FTP

Screened Foiled Twisted Pair - Netzwerkkabel mit 4 geschirmten, verdrillten Drahtpaaren und einem Gesamtschirm aus Folie sowie einem zusätzlichen flexieblen Drahtgeflecht um die Folienschirmung. Dieses Kabel ist optimal geschirmt und relativ robust gegen äußere und innere Einflüsse. Es ist sicher nicht ganz billig, aber für längere Strecken sehr zu empfehlen.

Stecker und Dosen

RJ45-Stecker lose: 3 Knickschutzhüllen, Stecker und Einfädelkamm links unten
Normalerweise wird Verlegekabel nur an Netzwerkdosen angeschlossen. Das Crimpen von Verlegekabel auf RJ45-Stecker gestaltet sich schwierig, da die Steckkontakte schlecht greifen und die Adern beim Einfädeln in den Kamm leicht brechen. Andersherum ist es mit dem Patchkabel, dieses geht einen guten elektischen Kontakt mit den Steckern ein, lässt sich aber auf Grund der Vielzahl der Litzen schwer an einer Netzwerkdose anschließen.

Crimpen

Mit Crimpen wird das Quetschen der Steckerkontakte des RJ45-Steckers auf die Adern des Kabels bezeichnet. Dieser Vorgang erfordert etwas Fingerspitzengefühl, da das Einfädeln der einzelnen Adern in den Kamm etwas Konzentration erfordert. Vor dem Crimpen und noch vor dem Abisolieren des Kabels unbedingt den Knickschutz auf das Kabel fädeln. Im Nachhinein ist dies fast unmöglich. Eine gute Anleitung zum selbst Crimpen befindet sich hier. Nicht wundern, die einzelnen Adern werden nicht abisoliert, da sich die Crimpzähne des Steckers beim Quetschen durch die Isolierung bohren und somit den Kontakt herstellen.

Netzwerkdosen

Netzwerkdosen lassen sich ohne großen Aufwand installieren, da die Adern nur unter Schrauben gequetscht werden. Lediglich eine Dose in der Wand sollte schon vorhanden sein.

Die korrekte Verdrahtung

1:1-Verkabelung
Wenn es sich nicht um Crossover-Kabel handelt, sind Netzwerkkabel immer 1:1 verbunden. Das heißt, die Ader 1 geht vom Pin 1 des Steckers A auf den Pin 1 des Steckers B. Für alle anderen Adern gilt das gleiche. Von Pin 1 ganz links zu Pin 8 rechts sieht die Verkabelung an beiden Enden folgendermaßen aus:
Stecker A                                             Stecker B
  Pin                                                    Pin
   1 ------------------- weiß/orange -------------------- 1 
   2 ---------------------- orange ---------------------- 2
   3 -------------------- weiß/grün --------------------- 3
   4 ---------------------- blau ------------------------ 4
   5 -------------------- weiß/blau --------------------- 5
   6 ---------------------- grün ------------------------ 6
   7 ------------------- weiß/braun --------------------- 7
   8 ---------------------- braun ----------------------- 8

Recht gut beschrieben ist die Verdrahtung hier. Welche Adern wofür benutzt werden steht hier.

Um ein Crossoverkabel herzustellen, dass zwei Rechner direkt miteinander verbinden kann ohne Switch oder Router dazwischen; oder ältere Hubs, die kein Auto-MDI/MDIX können, macht es so:

Stecker A                                             Stecker B
  Pin                                                    Pin
   1 --- weiß/orange         -x-            weiß/grün --- 1 
   2 --- orange              -x-                 grün --- 2
   3 --- weiß/grün           -x-          weiß/orange --- 3
   4 --- blau                -x-           weiß/braun --- 4
   5 --- weiß/blau           -x-                braun --- 5
   6 --- grün                -x-               orange --- 6
   7 --- weiß/braun          -x-                 blau --- 7
   8 --- braun               -x-            weiß/blau --- 8

Eine bebilderte, aber nicht gut strukturierte Anleitung dazu findet ihr dort.

Links