Sendeleistung

Aus Freifunk Leipzig
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Inhaltsverzeichnis

maximale Sendeleistung

Die WRTs können mit maximal 251 mW senden. Allerdings sollte man beachten, das in Deutschland geltende, gesetzliche Maximum von 100 mW bzw. 20 dB nicht zu überschreiten. Anderenfalls drohen Bußgelder. Zudem erwärmt sich der Router bei höheren Sendeleistungen stark.

Sendepegel berechnen

Um die Sendeleistung zu berechnen, müssen die "Sendeenergie" des Routers und der Antennengewinn addiert, davon der Dämpfungsverlust durch Kabel und Anschlüsse substrahiert werden.

  Sendeleistung des Routers in dB
+ Antennengewinn in dB (siehe Angaben des Herstellers)
- Dämpfung in dB (von Kabel, Pigtail ...)
――――――――――――――――――――――――――――――――――――――――――――――――――――――
= abgestrahlte Leistung in dB

Nach Aufspielen der Freifunkfirmware steht die Sendeenergie unter "Drahtlos" auf dem Wert 30 (Stand: ffl125i), wobei derzeit Unklarheit herrscht,um welche Einheit es sich handelt? Um eine Freifunkspezifische oder um Milliwatt?

30 mW wären knapp 15 dB. Eine ordentliche Biquad erzielt einen Antennengewinn von 12 db. In diesem Fall wäre das Signal (15 + 12 - Dämpfung) also schon viel zu stark.

Sendeleistung einstellen

über das Web-Interface

Die Sendeenergie des Routers findet sich im Web-User-Interface unter "Verwaltung: Drahtlos" (http://192.168.1.1/cgi-bin/wifi.html). Beim Umrechnen des Milliwattwerts in Dezibel helfen Onlinetools, zu finden etwa unter http://home.in.tum.de/~prilmeie/wlan/db-umrechnung.xhtml.

über die Konsole

Der Befehl:

wl txpwr

zeigt die aktuell verwendete Sendeleistung an.
Mit dem Befehl:

wl txpwr xy

stellt man die Sendeleistung des WRTs/Routers ein. Diese wird sofort verwendet, allerdings bei einem Neustart wieder der Wert aus den Firmwareeinstellungen (NVRAM) geladen.
Hat man eine geeignete Sendeleistung gefunden kann man mit den folgenden Befehlen die Sendeleistung dauerhaft im NVRAM speichern:

nvram set ff_txpwr=xy
nvram commit

Sendeleisting optimieren

Hier meine Erfahrung bei der Einstellung der optimalen Sendeleistung auf den Nodes:

  • getestet mit 9 Nodes in Großzschocher
  • Entfernung der Nodes 50 bis 660 m (4100 m zur 23.1)
  • nicht überall Sichtverbindung vorhanden

Wetter

Bei gutem Sonnenscheinwetter machen sich die Einstellung am besten. Wenn jetzt eine gute Verbindung zustande kommt, dann bei Regen und Schnee erst recht. Das Sonnenscheinwetter dämpft die WLAN-Frequenzen am meisten, bei schlechtem Wetter kommen die Singnale dann viel besser durch.

Vorraussetzung

Zum Einstellen benötigt man auf alle Fälle das Programm horst, und somit auch Adminzugang auf den Gegenstellen.

Durchführung

  1. Als erstes raussuchen der schlechtesten Verbindung, wenn direkte Verbindung zu mehreren Nodes vorhanden ist.
  2. Horst auf der schlechtesten Gegenstelle, die Verbindung haben soll, starten.
  3. Dann die eigene Sendeleistung eventuell soweit runter nehmen, so dass auf dieser Gegenstelle noch ein SNR Wert zwischen -80 und -90 im Mittel ankommt. Bei Werten zwischen -90 und -95 ist die Verbindung zwar schlecht, steht aber gerad noch.
  4. Sollten auf dieser Gegenstelle andere Stationen mit Werten unter -80 ( also z. Bsp. -70 oder noch schlimmer) ankommen, so sollten diese in der Sendeleistung runtergenommen werden! Diese Stationen verhindern sonst eine saubere Verbindung, sie rammeln einfach nur alles zu!

Ergebnis

  • Das Optimum ist erreicht, wenn alle Stationen möglichst mit gleichen SNR Wert -80 bis -90 ankommen. Dann verbessern sich auch in der Maske Home/Nodes/ die Werte für LinkQuality: 0.5 reicht, 0.7 gut, 0.9 Optimum, ETX: 10 reicht, 1.7 gut, 1.1 Optimum, 1.0 Kabelverbindung
  • Bei Gegenstellen in sehr kurzen Entfernung, die einen zu hohen SNR Wert in Horst anzeigen ( -75, -70 oder schlimmer), und die Sendeleistung lässt sich aber nicht runternehmen, wegen sonst nicht erreichbaren anderen Gegenstellen, kommt es zu ETX-Werten größer 10 (bis schlimmsten Falls ETX 17, 18, 19 und dann 0). Die Verbindung bricht dann zusammen. Ich nehme an, dass zu viele Reflexionen das Signal unbrauchbar machen. Abhilfe bringt dann nur noch eine Richtantenne (Bi-Quad) an dieser Gegenstelle.
  • Bei kurzen Entfernungenen, wie hier z. B. die 114-2 zur 114-6 im selben Haus mit Reflexionsverbindung (2 x 45 m gegüberliegender Neubaublock), reichen sogar 8 mW Sendeleistung vollkommen aus.

Nachtrag

  • Inzwichen habe ich eine Node in Connewitz mal installiert (74.9) und den Unterschied zwichen den Netz dort und den Suedwest-Netz (112 bis 116) gesehen.
  • Bei solch hoher Nodedichte wie in Connewitz ist andere Sendeleistungsoptimierung noetig. Da bringt der Einsatz von Richtantennen (CD-Spindel) und niedrigste Sendeleistung wohl am meisten.
  • Ich stellte dort meine Node im Zimmer mit normaler Stummelantenne und 1mW auf. Sofort hatte ich 5 bis 6 Nodes mit super Verbindung. Vorbereitet hatte ich mich mit allerhand Antennenen und Aussenmontagegehaeuse, wie es im Suedwest-Netz zur Zeit noch noetig ist.
  • Informationen zur Berechnung der Sendeleistung und zu den gesetzlichen Richtlinien finden sich unter Sendeleistung.